Eltern stellen Fragen zum Lesen lernen
Familienleben

Häufige Fragen zum Lesen lernen: Eltern-FAQ

Eltern haben viele Fragen zum Leselernprozess ihrer Kinder. Hier beantworte ich die häufigsten Fragen, die mir in über 20 Jahren als Lerntherapeutin gestellt wurden.

Fragen zur Leseentwicklung

Ab wann sollte mein Kind lesen können?

Die Leseentwicklung ist individuell. Grobe Richtwerte:

Infografik zur Leseentwicklung von Vorschule bis 4. Klasse
Grobe Orientierung – jedes Kind hat sein eigenes Tempo

Wichtig: Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell. Manche lesen schon vor der Schule, andere brauchen bis Ende der 2. Klasse. Beides ist normal.

Mehr dazu: Lesen lernen in der 1. Klasse

Mein Kind ist 5 und will noch nicht lesen. Ist das schlimm?

Nein, überhaupt nicht. Ihr Kind ist genau da, wo es sein sollte. Viele Fünfjährige interessieren sich noch nicht für Buchstaben – und das ist völlig in Ordnung. Erzwungenes frühes Lesen kann sogar nach hinten losgehen: Druck nimmt die Freude, bevor sie überhaupt entstehen konnte.

Was wirklich hilft: Lesen Sie vor, so viel Sie können. Spielen Sie Reimspiele und klatschen Sie Silben. Zeigen Sie Buchstaben im Alltag – auf dem Müsli, an der Bushaltestelle. Und dann? Warten Sie ab. Das Interesse kommt meistens von allein, spätestens wenn die Freunde in der ersten Klasse anfangen zu lesen.

Mein Kind vertauscht Buchstaben (b/d, p/q). Ist das normal?

In der 1. Klasse: Ja. Das Gehirn muss erst lernen, dass die Ausrichtung bei Buchstaben wichtig ist – bei Gegenständen ist ein Stuhl schließlich auch von allen Seiten ein Stuhl.

Ab Ende 2. Klasse: Wenn die Verwechslungen anhalten, sollten Sie genauer hinschauen. Mögliche Ursachen: visuelle Wahrnehmungsprobleme, LRS, oder einfach noch Übungsbedarf.

Mein Kind liest, versteht aber nicht, was es gelesen hat. Warum?

Das Dekodieren (Buchstaben in Laute umwandeln) erfordert so viel Konzentration, dass keine kognitive Kapazität für das Verstehen übrig bleibt.

Die Lösung: Automatisierung. Wenn das Lesen automatisch abläuft, wird Kapazität für das Verstehen frei. Das braucht vor allem eines: Übung.

Mehr dazu: Leseflüssigkeit trainieren

Fragen zu LRS

Woran erkenne ich, ob mein Kind LRS hat?

Typische Anzeichen für Lese-Rechtschreib-Schwäche:

  • Sehr langsames, stockendes Lesen – auch bei bekannten Wörtern
  • Häufiges Vertauschen von Buchstaben (nicht nur b/d)
  • Schwierigkeiten beim Reimen
  • Probleme, Wörter in Silben zu zerlegen
  • Großer Unterschied zwischen mündlicher und schriftlicher Leistung
  • Vermeidung von Lesen und Schreiben
  • Auffallend viele Rechtschreibfehler trotz Übens

Wichtig: Diese Anzeichen allein bedeuten noch keine LRS. Eine professionelle Diagnostik ist nötig.

Ausführlich: LRS erkennen: Wann Eltern handeln sollten

Wer diagnostiziert LRS?

Eine LRS-Diagnostik kann durchgeführt werden von:

  • Kinder- und Jugendpsychiater (für Nachteilsausgleich empfohlen)
  • Schulpsychologischer Dienst (kostenlos, aber oft lange Wartezeiten)
  • Lerntherapeuten (informelle Diagnostik zur Therapieplanung)

Was ist der Unterschied zwischen LRS und Legasthenie?

Die Begriffe werden oft synonym verwendet. Im wissenschaftlichen Kontext:

  • LRS: Sammelbegriff für alle Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten
  • Legasthenie: Bezeichnet oft eine genetisch bedingte, dauerhafte Störung

Praktisch gesehen: Für die Förderung ist die Unterscheidung weniger wichtig als die konkrete Analyse, wo genau die Schwierigkeiten liegen.

Ist LRS heilbar?

LRS ist keine Krankheit, die man „heilt". Aber: Mit gezielter Förderung können Kinder große Fortschritte machen und ein normales Lese- und Schreibniveau erreichen.

Entscheidend sind:

  • Frühe Erkennung und Intervention
  • Regelmäßige Förderung (Therapie + Üben zu Hause)
  • Positive Erfahrungen mit Schrift
  • Geduld – Fortschritte brauchen Zeit

Fragen zur Förderung zu Hause

Wie kann ich mein Kind zu Hause beim Lesen unterstützen?

Infografik: Vier Säulen der Leseförderung zu Hause (Vorlesen, Spielen, Alltag, Vorbild)
Vier Säulen der Leseförderung zu Hause

Das Wichtigste: Kein Druck. Lesen soll mit positiven Gefühlen verbunden sein. Mehr dazu: Hausaufgaben ohne Tränen

Wie viel sollte mein Kind täglich lesen?

15-20 Minuten täglich sind ideal. Aber:

  • Lieber kurz und regelmäßig als lang und selten
  • Die Qualität zählt mehr als die Dauer
  • Gemeinsames Lesen ist wertvoller als alleine schmökern
  • Auch Spielen zählt: Wortspiele, Kartenspiele mit Wörtern

Mein Kind will nicht lesen. Was kann ich tun?

Leseverweigerung hat meist Gründe:

  • Überforderung: Die Bücher sind zu schwer → einfachere Texte wählen
  • Negative Erfahrungen: Kritik, Korrekturen → positiver Rahmen
  • Langeweile: Falsche Themen → Interessen des Kindes berücksichtigen
  • Konkurrierende Medien: Games, Videos → Bildschirmzeit regulieren

Ausführlich: Mein Kind will nicht lesen: 10 Tipps

Sind Lern-Apps sinnvoll?

Als Ergänzung: ja. Als Ersatz für gemeinsames Lesen: nein.

Apps können helfen bei:

  • Kurzen Übungseinheiten unterwegs
  • Gezieltem Training bestimmter Laute
  • Kindern, die auf digitale Medien ansprechen

Was Apps nicht können:

  • Die soziale Interaktion beim gemeinsamen Lesen ersetzen
  • Positive Leseerfahrungen mit echten Menschen bieten
  • Echte Gespräche über Gelesenes

Ausführlich: Digital vs. Analog: Was ist besser?

Fragen zu Wortmaumau

Ab welchem Alter ist Wortmaumau geeignet?

Ab ca. 6 Jahren – sobald das Kind erste Wörter lesen kann. Das Spiel wächst mit:

  • Anfänger: Wörter gemeinsam erlesen, Tempo langsam
  • Fortgeschrittene: Normales Spieltempo, alle Regeln
  • Geübte Leser: Zeit-Challenges, Vokal-Benennung

Wie genau hilft Wortmaumau beim Lesen lernen?

Wortmaumau trainiert gezielt:

  • Phonologische Bewusstheit: Vokale erkennen (Kernmechanik des Spiels)
  • Sichtwortschatz: Häufiges Lesen derselben 97 Wörter
  • Leseflüssigkeit: Schnelle Worterkennung im Spielfluss
  • Motivation: Spielen statt Üben = positive Leseerfahrung

Wissenschaftlicher Hintergrund: Phonologische Bewusstheit fördern

Wie oft sollten wir Wortmaumau spielen?

2-3 Mal pro Woche für optimale Lerneffekte. Jede Partie dauert etwa 15-20 Minuten. Das ergibt ca. 45-60 Minuten spielerisches Lesetraining pro Woche.

Kann ich Wortmaumau auch mit mehreren Kindern spielen?

Ja! Das Spiel funktioniert mit 2-4 Spielern. Bei unterschiedlichen Niveaus können Sie:

  • Jüngere Kinder beim Lesen unterstützen
  • Älteren Kindern Extra-Aufgaben geben (Vokal benennen)
  • Teams bilden (Erwachsener + Kind)

Wo kann ich Wortmaumau kaufen?

Wortmaumau ist erhältlich:

Wortmaumau Kartenspiel
Spielend lesen lernen

Die Antwort auf viele Fragen: Wortmaumau

Das Kartenspiel, das phonologische Bewusstheit, Sichtwortschatz und Leseflüssigkeit spielerisch trainiert. Von einer Lerntherapeutin entwickelt.

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