Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, haben bessere Startchancen im Leben. Das belegen zahlreiche Studien. Erfahren Sie, welche Vorteile Vorlesen hat – und warum Sie damit nie aufhören sollten.
Was die Forschung sagt
Die Stiftung Lesen führt seit 2007 regelmäßig Vorlesestudien durch. Die Ergebnisse sind eindeutig: Vorlesen wirkt sich positiv auf nahezu alle Entwicklungsbereiche aus.
„Die Studie zeigt überraschend eindeutig, in wie vielen Bereichen sich Kinder, denen vorgelesen wird, anders entwickeln – nicht nur im Leseverhalten, sondern auch in ihrer sozialen Kompetenz, ihrem Schulerfolg und ihrer aktiven Freizeitgestaltung."
– Stiftung Lesen, Vorlesestudie 2023
10 bewiesene Vorteile des Vorlesens
1. Größerer Wortschatz
Laut einer Studie der Universität Chicago haben 20 Monate alte Kinder, denen vorgelesen wird, 131 Wörter mehr im Wortschatz als Gleichaltrige. Mit zwei Jahren sind es sogar 291 Wörter mehr.
2. Bessere Schulnoten
„Vorlese-Kinder" haben bis zu 0,4 Notenpunkte bessere Ergebnisse in Deutsch und Mathe als Kinder, denen nicht vorgelesen wurde.
3. Höhere Konzentrationsfähigkeit
Die New York University fand 2018 heraus: Kinder, denen früh viel vorgelesen wurde, können sich besser konzentrieren und fallen seltener durch Hyperaktivität auf.
4. Mehr Empathie
Beim Vorlesen erleben Kinder Geschichten aus verschiedenen Perspektiven. Das fördert die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen.
5. Stärkere Eltern-Kind-Bindung
Die gemeinsame Vorlesezeit schafft Nähe und Geborgenheit. Diese emotionale Verbindung stärkt das Selbstvertrauen des Kindes.
6. Leichterer Lesestart
Kinder, die positive Vorleseerfahrungen haben, sind motivierter, selbst lesen zu lernen. Sie wissen bereits, wie spannend Geschichten sein können.
7. Langfristige Lesefreude
54% der Kinder, denen vorgelesen wurde, greifen später selbst gerne zum Buch. Bei Kindern ohne Vorleseerfahrung sind es nur 38%.
8. Bessere Sprachentwicklung
Durch Vorlesen lernen Kinder komplexere Satzstrukturen und einen reichhaltigeren Sprachstil kennen – mehr als im Alltagsgespräch.
9. Aktivere Freizeitgestaltung
Überraschend: 66% der „Vorlese-Kinder" treiben mindestens einmal wöchentlich Sport – bei Kindern ohne Vorleseerfahrung nur 55%.
10. Schutz vor dem „Lese-Knick"
In der Pubertät nimmt die Leselust oft ab. Regelmäßiges Vorlesen in der Kindheit kann diesen „Lese-Knick" abschwächen.
Wann sollte man vorlesen?
So früh wie möglich – und so lange wie möglich. Viele Eltern hören mit dem Vorlesen auf, sobald das Kind in die Schule kommt. Ein Fehler! Gerade wenn Kinder selbst lesen lernen, brauchen sie die Unterstützung durch Vorlesen.
Die Stiftung Lesen empfiehlt: Vorlesen bis zum Ende der Grundschulzeit – und darüber hinaus, solange Kind und Eltern Freude daran haben.
Die aktuelle Situation in Deutschland
Trotz aller Vorteile: Jedem dritten Kind in Deutschland wird nicht vorgelesen. Das hat Folgen: Rund 3 Millionen Kinder und Jugendliche können nicht gut lesen.
Die gute Nachricht: Es ist nie zu spät, mit dem Vorlesen anzufangen. Auch ältere Kinder profitieren noch.
Tipps fürs Vorlesen
- Regelmäßigkeit: Feste Vorlesezeiten etablieren (z.B. vor dem Schlafengehen)
- Spannung erzeugen: An spannender Stelle aufhören – das macht Lust auf mehr
- Kind einbeziehen: Fragen stellen, über die Geschichte sprechen
- Bücher wechseln: Verschiedene Genres ausprobieren
- Gemütlichkeit: Eine kuschelige Atmosphäre schaffen
Von Vorlesen zu Selbstlesen
Vorlesen ist die beste Vorbereitung auf das Selbstlesen. Wenn Ihr Kind dann in die 1. Klasse kommt, hat es bereits einen enormen Vorsprung. Aber auch danach können Spiele helfen, die Lesefreude zu erhalten. Bei Wortmaumau wird Lesen zum Spielspaß – eine natürliche Fortsetzung der positiven Leseerfahrungen aus der Vorlesezeit.
15 Minuten, die alles verändern
Eine Viertelstunde am Abend. Mehr braucht es nicht. Diese kleine Investition zahlt sich über Jahre aus – in besseren Noten, größerem Wortschatz und einer Liebe zu Geschichten, die bleibt.
Also: Heute Abend ein Buch aus dem Regal holen. Einkuscheln. Und loslegen.
Vom Zuhören zum Selberlesen
Irgendwann will Ihr Kind selbst lesen. Wortmaumau macht den Übergang leicht – Worterkennung spielerisch trainiert.
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