„Mein Kind kann sich einfach nicht konzentrieren!" – Diesen Satz hören Lehrkräfte täglich. Besonders beim Lesen fällt mangelnde Konzentration schnell auf. Die gute Nachricht: Aufmerksamkeit lässt sich trainieren.
Warum Konzentration beim Lesen so wichtig ist
Lesen ist eine komplexe Tätigkeit. Das Gehirn muss gleichzeitig:
- Buchstaben erkennen und zu Wörtern zusammensetzen
- Den Sinn der Wörter verstehen
- Sätze im Zusammenhang erfassen
- Das Gelesene im Gedächtnis behalten
All das erfordert Konzentration. Ohne Aufmerksamkeit liest das Kind zwar die Wörter – aber versteht den Inhalt nicht. Das führt zu Frust und Vermeidung.
Wie lange können Kinder sich konzentrieren?
Die Konzentrationsspanne ist bei Kindern naturgemäß kürzer als bei Erwachsenen. Als Faustregel gilt:
- 5–7 Jahre: etwa 15 Minuten am Stück
- 7–10 Jahre: etwa 20 Minuten am Stück
- 10–12 Jahre: etwa 25 Minuten am Stück
Diese Werte sind Durchschnitte. Wenn Ihr Kind nach 10 Minuten Lesen „zappelig" wird, ist das völlig normal – nicht etwa ein Zeichen von Faulheit.
Ursachen für Konzentrationsprobleme
Äußere Faktoren
- Ablenkung: Handy, Fernseher, Geschwister in der Nähe
- Falscher Zeitpunkt: Müdigkeit, Hunger, nach langem Schultag
- Unruhe: Zu viel Bewegungsdrang, zu wenig Pausen
- Überforderung: Der Text ist zu schwer
Innere Faktoren
- Desinteresse: Das Thema langweilt – dann hilft es, das richtige Buch zu finden
- Angst: Angst vor Fehlern blockiert
- Gewohnheit: Kurze Aufmerksamkeitsspanne durch Medien „antrainiert"
10 Strategien für bessere Konzentration
1. Die richtige Umgebung schaffen
Ein fester Leseplatz ohne Ablenkungen. Handy weg, Fernseher aus, Tür zu. Je weniger Reize, desto besser kann sich das Gehirn auf den Text konzentrieren.
2. Kurze Einheiten planen
Lieber dreimal 10 Minuten als einmal 30 Minuten. Kurze, intensive Übungseinheiten sind effektiver als langes, qualvolles Durchhalten.
3. Den richtigen Zeitpunkt wählen
Nicht direkt nach der Schule, nicht kurz vor dem Schlafengehen. Viele Kinder sind am späten Nachmittag – nach einer Pause und einem Snack – am aufnahmefähigsten.
4. Bewegung vor dem Lesen
Kinder, die sich vorher austoben konnten, können sich danach besser konzentrieren. 15 Minuten Toben oder Sport helfen oft mehr als jede Ermahnung.
5. Interesse wecken
Ein Kind, das sich für Dinosaurier interessiert, wird ein Dino-Buch aufmerksamer lesen als einen Märchentext. Das Thema macht den Unterschied.
6. Aktives Lesen fördern
Passives Vorlesen macht müde. Binden Sie Ihr Kind ein:
- Fragen zum Text stellen
- Wörter suchen lassen
- Abwechselnd vorlesen (Tandem-Lesen)
7. Den Ehrgeiz wecken
Spiele wie Wortmaumau halten Kinder bei der Stange, weil sie gewinnen wollen. Die natürliche Spannung des Spiels ersetzt den inneren Antrieb zur Konzentration – ohne Ermahnung.
8. Pausen einbauen
Nach jeder Übungseinheit eine kurze Pause. In der Pause: Bewegung, kein Bildschirm. Das Gehirn braucht Zeit, das Gelernte zu verarbeiten.
9. Erfolge sichtbar machen
Ein Leseposter, auf dem jedes gelesene Buch eingetragen wird. Oder eine Leseurkunde nach einer bestimmten Anzahl von Büchern. Visualisierte Erfolge motivieren.
10. Vorbild sein
Kinder lernen durch Nachahmung. Wenn Sie selbst zum Buch greifen statt zum Handy, zeigen Sie: Lesen ist normale Freizeitbeschäftigung.
Konzentrationsspiele für den Alltag
Konzentration lässt sich wie ein Muskel trainieren – auch abseits des Lesens:
- Memory: Trainiert das Arbeitsgedächtnis
- Ich sehe was, was du nicht siehst: Schärft die Aufmerksamkeit
- Stille Post: Erfordert genaues Zuhören
- Puzzles: Fordern anhaltende Konzentration
- Kartenspiele: Mitspieler und Karten im Blick behalten
Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist
Nicht jedes unkonzentrierte Kind hat ADHS. Manchmal steckt auch eine Lese-Rechtschreib-Schwäche dahinter. Aber bei diesen Anzeichen sollten Sie mit dem Kinderarzt sprechen:
- Die Konzentrationsprobleme bestehen in allen Lebensbereichen (nicht nur beim Lesen)
- Ihr Kind kann sich auch bei Lieblingsaktivitäten nicht länger konzentrieren
- Die Probleme bestehen seit mindestens 6 Monaten
- Der Alltag ist deutlich beeinträchtigt (Schule, Freundschaften)
Der Zusammenhang mit Lesefähigkeit
Interessant: Konzentrationsprobleme können sowohl Ursache als auch Folge von Leseschwierigkeiten sein.
- Kinder mit Leseschwierigkeiten konzentrieren sich schlecht, weil das Lesen so anstrengend ist
- Unkonzentrierte Kinder lesen schlecht, weil sie nicht bei der Sache bleiben
Die Lösung: Beide Bereiche gleichzeitig fördern. Lesefähigkeit verbessern UND Konzentration trainieren.
Schritt für Schritt besser
Konzentration wächst mit der Übung. Das Gehirn lernt, störende Reize auszublenden – aber nur, wenn wir ihm die Chance geben. Schaffen Sie die richtigen Bedingungen und haben Sie Geduld.
Wichtig: Setzen Sie realistische Erwartungen. Ein 6-Jähriger wird nie 30 Minuten still sitzen und lesen. Aber 10 Minuten konzentriertes Lesen sind ein toller Erfolg – und die Basis für mehr.
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