Pillen verwandeln sich in Spielkarten: Medizin die Spaß macht
LRS & Therapie

LRS-Übungen für zu Hause: 5 Spiele die wirklich helfen

Etwa 5-6% aller Kinder sind von einer Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) betroffen. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Förderung können betroffene Kinder große Fortschritte machen – besonders wenn das Üben Spaß macht.

Was ist LRS eigentlich?

LRS (auch Legasthenie genannt) ist eine Teilleistungsstörung, bei der Kinder trotz normaler Intelligenz und ausreichend Übung deutliche Schwierigkeiten beim Lesen und/oder Schreiben haben.

Wichtig zu wissen: LRS ist keine Krankheit und kein Zeichen mangelnder Intelligenz. Die betroffenen Kinder verarbeiten geschriebene Sprache lediglich anders als andere Kinder.

Anzeichen für LRS erkennen

Folgende Anzeichen können auf eine LRS hindeuten – besonders wenn mehrere davon auftreten:

  • Beim Lesen: Sehr langsames, stockendes Lesen; häufiges Raten von Wörtern; Buchstaben werden vertauscht (b/d, p/q)
  • Beim Schreiben: Viele Rechtschreibfehler trotz Übens; dasselbe Wort wird unterschiedlich geschrieben
  • Allgemein: Starke Abneigung gegen Lesen; Vermeidungsverhalten; Konzentrationsprobleme beim Lesen

Hinweis: Diese Anzeichen allein bedeuten nicht automatisch LRS. Eine fundierte Diagnose kann nur durch Fachleute (Kinderpsychologen, spezialisierte Therapeuten) erfolgen.

Warum spielerische Förderung so wichtig ist

Kinder mit LRS haben oft schon viele negative Erfahrungen mit dem Lesen gemacht. Sie verbinden Lesen mit Versagen, Stress und Frust. Genau deshalb ist es so wichtig, neue, positive Erlebnisse zu schaffen.

Die Neurowissenschaft dahinter

Was im Gehirn passiert, erklärt, warum Spielen so wirksam ist:

  • Cortisol blockiert Lernen: Unter Stress schüttet der Körper das Hormon Cortisol aus. Es blockiert den Hippocampus – genau die Hirnregion, die für das Speichern neuer Informationen zuständig ist. Ein gestresstes Kind kann buchstäblich nicht lernen.
  • Dopamin öffnet das Gehirn: Bei Spaß, Spannung und Erfolgserlebnissen wird Dopamin freigesetzt. Dieser Botenstoff verbessert die Aufnahmefähigkeit und verstärkt Lernprozesse. Spielen aktiviert genau diesen Mechanismus.
  • Wiederholung ohne Langeweile: Das Gehirn braucht viele Wiederholungen, um Leseprozesse zu automatisieren. Aber Wiederholung erzeugt normalerweise Langeweile – und Langeweile erzeugt Widerstand. Spielen löst dieses Dilemma: Dieselben Wörter werden dutzende Male gelesen, ohne dass es sich wie Üben anfühlt.

Das Ergebnis: Ein Kind, das beim Spielen 60 Wörter liest, lernt mehr als eines, das unter Druck 20 Wörter durchackert. Nicht die Anzahl der Übungsminuten zählt – sondern der emotionale Zustand während des Lernens.

Was Kinder mit LRS brauchen

Spielerisches Lernen bietet genau das, was diese Kinder brauchen: keinen Leistungsdruck. Beim Spielen geht es ums Gewinnen, nicht ums „richtig Lesen". Dieselben Wörter werden mehrfach gelesen – aber es fühlt sich nicht wie Üben an.

Dazu kommen echte Erfolgserlebnisse: Jede gewonnene Runde stärkt das Selbstbewusstsein. Und die positiven Emotionen? Die sind der beste Lernbeschleuniger, den es gibt. Spaß und Freude öffnen das Gehirn fürs Lernen – Stress verschließt es.

Phonologische Bewusstheit trainieren

Bei vielen Kindern mit LRS ist die sogenannte „phonologische Bewusstheit" unterentwickelt. Das bedeutet: Sie haben Schwierigkeiten, die Lautstruktur von Wörtern zu erkennen und zu verarbeiten.

Was ist phonologische Bewusstheit? Es ist die Fähigkeit, Sprache unabhängig von ihrer Bedeutung zu analysieren: Wörter in Silben zu zerlegen, Reime zu erkennen, Anlaute herauszuhören. Diese Fähigkeit ist der beste Prädiktor für späteren Leseerfolg – wichtiger als Intelligenz oder Wortschatz.

Warum Vokale so wichtig sind

Vokale (A, E, I, O, U) sind die „Klinger" unserer Sprache – sie tragen jede Silbe. Ein Wort wie „Apfel" hat zwei Silben, weil es zwei Vokale hat: A-pfel. Kinder, die Vokale schnell erkennen, können Wörter leichter in Silben zerlegen und dadurch flüssiger lesen.

Studien zeigen: Kinder mit LRS haben besondere Schwierigkeiten bei der Vokalerkennung. Genau hier setzt Wortmaumau an.

Wie Wortmaumau die phonologische Bewusstheit trainiert

Das Spielprinzip zwingt Kinder, jedes Wort auf zwei Eigenschaften zu prüfen:

  • Anlaut-Training: „Passt meine Karte zum Anfangsbuchstaben?" Das Kind muss blitzschnell den ersten Buchstaben identifizieren – eine Kernkompetenz beim Lesenlernen.
  • Vokal-Training: „Welcher Vokal steckt im Wort?" Um eine Karte auf gleichen Vokal zu legen, muss das Kind das Wort innerlich „durchscannen". Das trainiert die Wortanalyse.
  • Strategisches Denken: „Welche Karte ist am klügsten?" Kinder planen voraus und beschäftigen sich dadurch intensiver mit der Wortstruktur als bei einfachem Vorlesen.

Das Besondere: Diese Analyse geschieht nebenbei, während das Kind eigentlich nur gewinnen will. Es ist Training ohne Trainingscharakter.

flowchart TD
    A["🃏 Karte anschauen"] --> B["📖 Wort lesen"]
    B --> C{"Passt die Karte?"}
    C -->|"Gleicher Anlaut?"| D["🔤 B wie Ball?"]
    C -->|"Gleicher Vokal?"| E["👂 A wie in Hand?"]
    D --> F["✅ Karte ablegen"]
    E --> F
    F --> G["🏆 Gewinnen wollen"]
    G --> A
    style A fill:#1a4b8c,color:#fff
    style F fill:#2e7d32,color:#fff
    style D fill:#f5a623,color:#fff
    style E fill:#f5a623,color:#fff
                    
Jeder Spielzug trainiert Anlaut- und Vokalerkennung – ohne dass es sich wie Üben anfühlt

Praktische Tipps für die Förderung zu Hause

  1. Täglich kurze Einheiten: Lieber 10-15 Minuten täglich als eine Stunde am Wochenende. Regelmäßigkeit ist wichtiger als Dauer.
  2. Spiele statt Arbeitsblätter: Kartenspiele, Brettspiele oder Apps, bei denen gelesen werden muss, sind motivierender als klassische Übungshefte.
  3. Erfolge feiern: Jeder noch so kleine Fortschritt verdient Anerkennung. Konzentrieren Sie sich auf das, was Ihr Kind kann – nicht auf Fehler.
  4. Vorlesen nicht vergessen: Lesen Sie Ihrem Kind weiterhin vor, auch wenn es selbst lesen kann. So bleibt die positive Verbindung zu Geschichten erhalten.
  5. Professionelle Hilfe suchen: Bei Verdacht auf LRS: Lassen Sie Ihr Kind testen. Ergotherapie, Logopädie oder Lerntherapie können gezielt helfen.

Wortmaumau in der Therapie

Wortmaumau wird von vielen Ergotherapeuten, Logopäden und Lerntherapeuten als Übungsmaterial eingesetzt. Die Vorteile im therapeutischen Kontext:

  • Kinder erleben Lesen als Spiel, nicht als Therapie
  • Das bekannte MauMau-Prinzip senkt die Hemmschwelle
  • Therapeuten können gezielt Wörter auswählen (nach Schwierigkeit)
  • Auch in Gruppen einsetzbar (Sozialkompetenzen werden mittrainiert)

„Meine Schüler merken gar nicht, dass sie üben. Sie wollen einfach nur gewinnen – und lesen dabei Dutzende von Wörtern."

Der Weg nach vorn

LRS ist kein Grund zur Panik. Mit der richtigen Förderung, viel Geduld und vor allem positiven Lernerlebnissen können betroffene Kinder ihre Schwierigkeiten überwinden.

Der wichtigste Rat: Nehmen Sie den Druck raus. Wenn Lesen zum Kampf wird, verfestigen sich negative Assoziationen. Wenn Lesen zum Spiel wird, öffnen sich neue Türen.

Probieren Sie es aus – mit unserer kostenlosen Online-Demo können Sie Wortmaumau sofort testen.

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